Lehrermangel beheben, so bitte nicht! – Zweiklasseneinteilung ist indiskutabel.

Kreiselternrat und Stadtschülerrat Dresden kritisieren den Lehrermangel
und die Ankündigung des Kultusministers sächsische Lehrkräfte finanziell zu
benachteiligen.

 
Parallel zu den Diskussionen zur Fortschreibung des Dresdner
Schulnetzplanes versetzten die Planungen des Kul-tusministers Lehrkräfte,
Schüler- und Elternvertreter gleichermaßen in Entsetzen. Die in der letzten
Woche vom Sächsischen Kultusminister Roland Wöller (CDU) vorgestellte
Planung zur Abfederung des Lehrermangels an sächsi-schen Schulen stößt auf
deutliche Kritik. Annett Grundmann, Vorsitzende des Kreiselternrates
Dresden und Linda Kluttig, Vorsitzende des Stadtschülerrates Dresden
zeigten sich fassungslos über die Planungen und fordern die
Gleichbehandlung aller Lehrkräfte in Sachsen.

„Der Lehrermangel an sächsischen Schulen ist dem Kultusministerium seit
Jahren bekannt und nicht mehr zu über-sehen. Doch anstatt sich um
nachhaltige Lösungen zu bemühen, nimmt man den Bruch des sozialen Friedens
in sächsischen Lehrerzimmern in Kauf.“, kritisierte Linda Kluttig die
Entwürfe des Kultusministers. „Der Verdienst von sächsischen Lehrerinnen
und Lehrern ist schon jetzt bundesweit einer der Geringsten und nun sollen
in Sachsen für die gleiche Arbeit und den gleichen Einsatz zwei
unterschiedliche Bedingungen gelten. Das lehnen wir gemeinsam ab.“,
erklärten die beiden Vorsitzenden übereinstimmend.

Bis 2015/2016 scheiden bis zu 3500 Lehrerinnen und Lehrer altersbedingt aus
dem Schuldienst aus. Um diesen Aus-fall aufzufangen, plant Kultusminister
Wöller das Anwerben von Lehrkräften aus anderen Bundesländern mit der
Beibehaltung gewohnter Vergütungsrahmen. Lehrkräfte, welche sich für den
Umzug nach Sachsen entscheiden, sollen Ihre bisherigen Vergütungen weiter
beziehen und Beamtenstatus erhalten. Sächsische Lehrkräfte haben jedoch
diesen Anspruch auf eine Angleichung Ihrer jetzigen Bezüge nicht.

„Sächsische Lehrerinnen und Lehrer arbeiten gleichsam engagiert für den
Erfolg und die Bildung unserer Schüler. Das man ihnen diese Arbeit „mit
einer Ohrfeige“ honoriert, halten wir für grundlegend falsch. Mit diesen
Maßnahmen wird die schon jetzt angespannte Situation – an fast allen
Dresdner Schularten – konterkariert und die Qualität der sächsischen
Bildungslandschaft extrem stark gefährdet.“, so Annett Grundmann
abschließend.

Hintergrund:

In Dresden debattiert man seit Oktober 2011 über die aktuelle
Fortschreibung der Schulnetzplanung. Derzeit ist dieser in der
Überarbeitung durch das Schulverwaltungsamt Dresden. Schnell steigende
Schülerzahlen zwingen die Stadtverwaltung zu einer erneuten
zwischenzeitlichen Anpassung mit einer zusätzlichen Planung zur Eröffnung
von noch nicht in einer Zahl definierten neuen Schulstandorten. Auch dieser
Mehrbedarf muss mit den dazu benötigten Lehrkräften abgedeckt sein. Eine
zeitnahe Planung sollte deshalb umgehend erfolgen.
 

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