Archiv für 28. Januar 2012

“Dresden blieb sitzen!”

Am 18.01.2012 fanden in Dresden wiederholt Proteste an Dresdner Schulen statt. An acht verschiedenen Schulen fanden diverse Aktionen statt. So schliefen die Schüler_innen des Gymnasiums Dresden Cotta zum Beispiel einfach für ein paar Minuten auf dem Gang ein. An der 62. Mittelschule wurde eine Menschenkette um das gesamte Schulhaus geschlossen. Die 36. Mittelschule besetzte das gesamte Schulhaus, ebenso BSZ für Agrar- und Ernährungswissenschaften. Auch das BSZ Prof. Dr. Zeigner und vier weitere Schulen beteiligten sich an den Protesten! Weitere Bilder gibt es in der Bildergalerie!

Weitere Infos gibt es auf Macht?Schule.Bildung! oder unter MeiDresden.de.

DD Cotta

Lehrermangel beheben, so bitte nicht! – Zweiklasseneinteilung ist indiskutabel.

Kreiselternrat und Stadtschülerrat Dresden kritisieren den Lehrermangel
und die Ankündigung des Kultusministers sächsische Lehrkräfte finanziell zu
benachteiligen.

 
Parallel zu den Diskussionen zur Fortschreibung des Dresdner
Schulnetzplanes versetzten die Planungen des Kul-tusministers Lehrkräfte,
Schüler- und Elternvertreter gleichermaßen in Entsetzen. Die in der letzten
Woche vom Sächsischen Kultusminister Roland Wöller (CDU) vorgestellte
Planung zur Abfederung des Lehrermangels an sächsi-schen Schulen stößt auf
deutliche Kritik. Annett Grundmann, Vorsitzende des Kreiselternrates
Dresden und Linda Kluttig, Vorsitzende des Stadtschülerrates Dresden
zeigten sich fassungslos über die Planungen und fordern die
Gleichbehandlung aller Lehrkräfte in Sachsen.

„Der Lehrermangel an sächsischen Schulen ist dem Kultusministerium seit
Jahren bekannt und nicht mehr zu über-sehen. Doch anstatt sich um
nachhaltige Lösungen zu bemühen, nimmt man den Bruch des sozialen Friedens
in sächsischen Lehrerzimmern in Kauf.“, kritisierte Linda Kluttig die
Entwürfe des Kultusministers. „Der Verdienst von sächsischen Lehrerinnen
und Lehrern ist schon jetzt bundesweit einer der Geringsten und nun sollen
in Sachsen für die gleiche Arbeit und den gleichen Einsatz zwei
unterschiedliche Bedingungen gelten. Das lehnen wir gemeinsam ab.“,
erklärten die beiden Vorsitzenden übereinstimmend.

Bis 2015/2016 scheiden bis zu 3500 Lehrerinnen und Lehrer altersbedingt aus
dem Schuldienst aus. Um diesen Aus-fall aufzufangen, plant Kultusminister
Wöller das Anwerben von Lehrkräften aus anderen Bundesländern mit der
Beibehaltung gewohnter Vergütungsrahmen. Lehrkräfte, welche sich für den
Umzug nach Sachsen entscheiden, sollen Ihre bisherigen Vergütungen weiter
beziehen und Beamtenstatus erhalten. Sächsische Lehrkräfte haben jedoch
diesen Anspruch auf eine Angleichung Ihrer jetzigen Bezüge nicht.

„Sächsische Lehrerinnen und Lehrer arbeiten gleichsam engagiert für den
Erfolg und die Bildung unserer Schüler. Das man ihnen diese Arbeit „mit
einer Ohrfeige“ honoriert, halten wir für grundlegend falsch. Mit diesen
Maßnahmen wird die schon jetzt angespannte Situation – an fast allen
Dresdner Schularten – konterkariert und die Qualität der sächsischen
Bildungslandschaft extrem stark gefährdet.“, so Annett Grundmann
abschließend.

Hintergrund:

In Dresden debattiert man seit Oktober 2011 über die aktuelle
Fortschreibung der Schulnetzplanung. Derzeit ist dieser in der
Überarbeitung durch das Schulverwaltungsamt Dresden. Schnell steigende
Schülerzahlen zwingen die Stadtverwaltung zu einer erneuten
zwischenzeitlichen Anpassung mit einer zusätzlichen Planung zur Eröffnung
von noch nicht in einer Zahl definierten neuen Schulstandorten. Auch dieser
Mehrbedarf muss mit den dazu benötigten Lehrkräften abgedeckt sein. Eine
zeitnahe Planung sollte deshalb umgehend erfolgen.
 

34. Landesdelegiertenkonferenz

Vom 13.- 15. Januar 2012 tagte der Landesschülerrats Sachsen in Radeberg im Humboldt- Gymnasium.
Insgesamt neun Dresdner Delegierte packten all ihre Motivation, Diskussionsfreude und Schlafsäcke ein und reisten am Freitag Nachmittag in Radeberg an. Die Zimmer „Priestewitz“ und „Auerbach“ standen uns zur Verfügung und mit einer kleinen Zeitverzögerung konnte ca. 16.30 Uhr die 34. Landesdelegiertenkonferenz beginnen. Nach einem Empfang von Daniel Franke (ehemaliger Vorsitzender), wurde das Tagungspräsidium gewählt und die Mandatsprüf- und Zählkommission (MPZK). Danach durften sich alle Kreis- /und Stadtschülerrate vorstellen. Eine kurze Unterbrechung war das Abendessen, was uns alle etwas zufriedener stimmte. Als alle sich wieder in der Aula eingefunden hatten, begann eine Diskussionsrunde mit den bildungspolitischen Sprechern der SPD, CDU, FDP und der Linken. Interessante Fragen, Ansichten und Meinungen bildeten sich vor allem zu dem Thema Lehrermangel in Sachsen, dem Dresdner Schulnetzplan und Inklusion. Mit nun fast zwei Stunden Verspätung setzte sich das Programm fort, und wir präsentierten unseren Stadtschülerrat und das Aktionsbündnis (MaSchuBi). Als sich alle Kreise und Städte vorgestellt hatten, schauten wir etwas über die Grenzen von Sachsen hinaus. Vertreter aus Hamburg, Niedersachsen und Brandenburg waren angereist um der Konferenz beizuwohnen. Auch sie stellten sich vor und im Laufe des Wochenendes konnte man noch mehr interessante Dinge über sie selbst und ihre Arbeit erfahren. Gegen 2 Uhr wurde das Tagespräsidium geschlossen und jeder konnte seinen Abend selbst in die Hand nehmen. Die Dresdner Delegation entschied sich dann doch für die etwas ruhigere Variante, Quatschabend im Raum „Priestewitz“.

Der Samstag begann für uns um 8 Uhr beim Frühstück. Gut gestärkt und voller Erwartungen, starteten wir in den neuen Tag. Drei Workshops sollten uns am Vormittag Pressearbeit, Motivation und Internetpräsenz näher bringen, was sie auch geschafft haben. Nach dem Mittagessen und dem schließlich letzten Workshop, begann unsere Stadtführung durch die Brauereistadt Radeberg. Es war eine niedliche, kleine Führung in klirrender Kälte, die etwas für Auflockerung sorgte. Ca. 17.30 Uhr folgte dann die Debatte über das Grundsatzprogramm vom LSR. Jonathan Wachler leitete diese Diskussion und nach vielen Abstimmung war eine passende Variante gefunden. Das Abendessen kam uns nach einer teilweise doch sehr hitzigen Diskussion ganz recht und wir konnten uns für den folgenden Abend stärken. Die Antragsdiskussion begann gegen 20 Uhr. Sieben Anträge und drei Eilanträge waren das Programm für diesen Abend. Die Dresdner debattierten und diskutierten bis in die frühen Morgenstunden zu den Themen: „Der Lehrer- Grundstein unsere Bildung“, „Bildung ist nicht nur Ausbildung“, „Schülerfeedbackbögen“, sowie die Bestätigung von Schulnoten. Mit zwei Eilanträgen brachte sich auch der Stadtschülerrat Dresden aktiv ein. Wir forderten zusammen mit Meißen, Leipzig und Chemnitz eine bessere und organisierte Vernetzung der Kreise und die Unterstützung des Landesschülerrates bei verschiedensten Aktionen, Demonstrationen und Bündnissen von Schülern in Sachsen. Beide Anträge wurden mit einer großen Mehrheit angenommen, und damit können wir sehr zufrieden sein :)
Den Abend gestalteten wir uns mit vielen Süßigkeiten, Unmengen an Kaffe und jeder Menge Abstimmungen sehr angenehm. Trotz allem waren wir gegen 02:30 Uhr sehr müde und trafen uns im Zimmer „Auerbach“ zu einer Besprechung des SSR Dresdens für den nächsten Tag. Ein wirklich spannender, interessanter und auch anstrengender Tag lag nun hinter uns.

LDK
Foto: Anne Ölsner

Der Sonntag begann, ebenso wie der Samstag, mit einem Frühstück. Ab 9 Uhr legte der alte Vorstand des LSR Sachsens seine Rechenschaftsberichte ab und dabei möchten wir vor allem Jonathan Wachler und Thomas Weigel für ihre ausgesprochen aktive Arbeit in den letzten Wochen und Monaten hervorheben, wie natürlich auch vom Rest des Vorstandes. Danach wurde der Vorstand entlastet und die Wahlen konnten beginnen. Die Posten des Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden waren schnell entschieden. Hierzu möchten wir Konrad Degen und Georg Heyn ganz herzlich gratulieren! ;) Als Finanzer wird ab diesem Jahr Arved Anhalt den Landesschülerrat unterstützen. Der neue Vorstand hat nun auch endlich mal wieder ein Dresdner Gesicht, Tim Börrnert wurde mit 45 gültigen Stimmen als Vorstandsmitglied gewählt, auch ihm natürlich viel Erfolg bei seiner Tätigkeit im LSR. Des Weiteren wurden Lucas Ehser, Lucy Demers und Maria Winkler gewählt. Allen wünschen wir maximale Erfolge und eine tolle Zeit.
Die wohl zeitintensivste Wahl war die Wahl der Bundesdelegation, die ab diesem Wochenende den Landesschülerrat auf Bundesebene vertreten werden. Gewählt wurden Konrad Degen, Johanna Paul, Astrid Junk und als Stellvertreter Tom Otto. Mit Johanna haben wir auch in diesem Gremium eine Vertretung aus Dresden. Auf diese Delegierten warten mit Sicherheit gute, interessante und beeindruckende Erfahrungen.
Zu guter letzt wurde Linda Kluttig aus Dresden als Stellvertreterin der BSZs in den Landesbildungsrat gewählt und Paul Trinks als Vertreter für die Förderschulen.
Nachdem die Wahlen abgeschlossen waren, stellte sich noch der Studentenrat vor und erzählte von seinem neusten Vorhaben.
Gegen 15 Uhr packte der Stadtschülerrat Dresden wieder seine Sachen und fuhr mit einem sehr positiven Gefühl für die nächsten Wochen wieder nach Hause.

Als Fazit dieses Wochenendes: Es war ein erlebnisreiches, schönes, anstrengendes und durchaus positives für den Stadtschülerrat und seine Delegation.
Bis zum Nächsten mal! ;)

Schulnetzplanung in Dresden: Realsatire ohne Aussicht auf Erfolg

„Mit dringenden Notfallmaßnahmen will die Stadt Dresden die drängende Raumnot für Schüler beheben.“, so lautete der erste Satz eines Artikels in der heutigen Ausgabe der sächsischen Zei-tung (10.01.2012) mit einem Bild des lächelnden Schulbürgermeisters Winfried Lehmann (CDU). In dem Artikel werden mitunter Maßnahmen angekündigt, die schon lange vom Tisch waren und nun mehr die Feststellung nahe legen, dass Herr Lehmann offenkundig gelogen hat.

Unter anderem sollen Dresdner Berufsschulzentren ins Umland verlagert werden. Die Verlage-rung traditionell und langjährig gewachsener Schulstandorte bedeutet nicht nur ein Prestige-verlust, sondern vielmehr die Inkaufnahme von weitaus längeren Schulwegen für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen. Gepaart mit der Kürzung der Mittel für den Schülerverkehr, ist das eine Mischung, welche sich eklatant auf das Bildungswesen in Dresden auswirken wird.

Des Weiteren wird von einem Platzmangel an Gymnasien gesprochen, welcher so scheinbar für die Stadtverwaltung und dem zuständigen Bürgermeister Lehmann überraschend gekommen sein muss. Wie sonst ist dieser Katastrophenplan von Schulnetzplanung sonst zu erklären. Als Lösung der Probleme wird die Erweiterung der Schulklassen auf bis zu 30 Schüler in Betracht gezogen. Von geordneten Unterrichtsabläufen und angenehmen Lehr- und Lernbedingungen kann an den jetzt geplanten 5 bis 6-zügigen Gymnasien keine Rede mehr sein.

Darüber hinaus streicht man in der Hortbetreuung für die Kleinen die Raumkapazitäten so zu-sammen, wie es der Stadt genehm ist. Nun soll ein Hortraum Hortzimmer pro Jahrgang ausrei-chen. Bei steigenden Schülerzahlen ist ein angenehmes Ruhe- und Ganztagsangebot nicht mehr möglich.

Die geplanten Maßnahmen der Stadt Dresden sind eklatante Fehler in der Bildungspolitik und belasten alle – Schüler, Lehrkräfte und Eltern gleichermaßen. Es ist nach den Demonstrationen und Gesprächen in den letzten Monaten und Jahren ein Eklat. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, endlich auf den Weg der Realität zurückzukehren und schüler- sowie schulfreundlichere Methoden zum Ausgleich der hohen Schülerzahlen zu finden. Darüber hinaus fordern wir den Rücktritt des Schulbürgermeisters Winfried Lehmann. Herr Lehmann hat nun über Jahre be-wiesen, dass er dem offenkundigen und lange bekannten Zuwachs an Schülerinnen und Schülern in Dresden nicht Herr werden kann. Nach mehrmaligen Enttäuschungen, Versprechungen und Versicherungen bringt er mit diesen Ankündigungen das Fass zum überlaufen.
 

Rückfragen richten Sie bitte an:

Linda Kluttig
Mobil: 0173 1545640
Email: linda@ssr-dresden.de

Flashmob vom 11.01.2012 “Planlos zum Schulnetzplan 2.0

Am 11.01.2012 fand auf dem Altmarkt ein Flashmob gegen den Schulnetzplan statt. Rund 40 Schüler sind mit verbundenen Augen und Warnweste über den Altmarkt gestolpert, eben so, wie es uns die Verwaltung der Stadt mit dem Schulnetzplan vormacht. Weitere wertvolle Infos aus dem Video und danke, an alle, die dabei waren! ;)
 

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